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Konzept erheblicher Betreuungsbedarf nach § 45 SGB XI

 

 

Zusätzliche Betreuungsleistungen in der Pflege nach § 45 SGB XI


§ 45b SGB XI
sieht vor, Betreuungsleistungen zusätzlich zu den anderen Leistungen der Pflegeversicherungen zu erstatten.

 

Beanspruchen können diese zusätzlichen Betreuungsleistungen Pflegebedürftige mit Pflegestufe I, II oder III ( § 45 b PfWG ). Aber auch "Menschen mit erheblichem allgemeinem Betreuungsbedarf", die noch nicht eingestuft sind   (sogenannte Pflegestufe 0), können diese zusätzlichen Leistungen erhalten.

 

Die Fakten:

 

Ab Juli 2008 wurde die monatliche Leistung auf maximal 200 Euro erhöht.

 

Zusätzlich auf Ihren Antrag hin, prüft der Medizinische Dienst Ihrer Krankenkasse, ob die pflegebedürftige Person in ihrer Alltagskompetenz erheblich eingeschränkt ist. Hierzu reicht das Stellen eines formlosen Antrages.

 

Diese Leistungen werden nicht wie das Pflegegeld bar ausgezahlt, sondern nur gegen Vorlage von Rechnungen für Betreuungsleistungen erstattet.

In § 45a SGB XI sind 13 "Schädigungen und Fähigkeitsstörungen" aufgeführt.

Sobald zwei dieser Kriterien aus unterschiedlichen Bereichen erfüllt sind, liegt ein Anspruch auf den Grundbetrag von 100,- € monatlich vor.

Sind drei bestimmte Kriterien erfüllt, liegt ein Anspruch auf den erhöhten Betrag von 200,- € monatlich vor.

 

Folgende "Fähigkeitsstörungen" sind maßgebend:

 

  1. unkontrolliertes Verlassen des Wohnbereichs
  2. Verkennen oder Verursachen gefährdender Situationen
  3. Unsachgemäßer Umgang mit gefährlichen Gegenständen oder potenziell gefährdenden Substanzen
  4. Tatsächlich oder verbal aggressives Verhalten in Verkennung der Situation
  5. Im situativen Kontext inadäquates Verhalten
  6. Unfähigkeit die eigenen körperlichen und seelischen Gefühle oder Bedürfnisse wahrzunehmen
  7. Unfähigkeit zu einer erforderlichen Kooperation bei therapeutischen oder schützenden Maßnahmen als Folge einer therapieresistenten Depression oder Angststörung
  8. Störungen der höheren Hirnfunktion (Beeinträchtigung des Gedächtnisses, herabgesetztes Urteilsvermögen), die zu Problemen bei der Bewältigung von sozialen Alltagsleistungen geführt haben
  9. Störungen des Tag- / Nacht-Rhythmus
  10. Unfähigkeit eigenständig den Tagesablauf zu planen und zu strukturieren
  11. Verkennen von Alltagssituationen und inadäquates Reagieren in Alltagssituationen
  12. Ausgeprägtes labiles oder unkontrolliert emotionales Verhalten
  13. zeitlich überwiegend Niedergeschlagenheit, Verzagtheit, Hilf- oder Hoffnungslosigkeit aufgrund einer therapieresistenten Depression

 

Das Pflegegeld kann verwendet werden für:

  • Tages- oder Nachtpflege
  • Kurzzeitpflege
  • zugelassene Pflegedienste, sofern es sich um besondere allgemeine Anleitung und Betreuung und nicht um Leistungen, Grundpflege und hauswirtschaftlichen Versorgung handelt
  • nach dem Landesrecht anerkannte niedrigschwellige Betreuungsangebote, die nach § 45c SGB XI gefördert werden oder förderungsfähig sind